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| Dieser Meilenstein im Naturschutz
fällt mit einem aufregenden Ereignis im Süden
Namibias zusammen: der Schaffung einer vielseitigen
Tourismus-Route als Bindeglied zwischen den vier
Wüsten des Landes. An der Spitze der Initiative
steht die Gondwana Desert Collection in Partnerschaft
mit Open Africa und anderen Beteiligten, wie Wilderness
Safaris und NamibRand Safaris. Open Africa ist eine
panafrikanische Organisation, die sich das Ziel
gesetzt hat, die reiche Kultur und Natur des Kontinents
dazu zu nutzen, Einnahmen zu erwirtschaften, indem
die Synergien von Tourismus, Arbeitsplatzschaffung
und Naturschutz optimiert werden. Die Grundlage
bildet ein Entwicklungsprogramm, das die Wunder
Afrikas in einem zusammenhängenden Netz von
"Afrika-Tourismus"-Routen vom Kap bis
nach Kairo verbindet. Weitere Informationen zu den
über 50 bereits vorhandenen Routen auf der
Webseite von Open Africa (www.africandream.org). |
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Die
"Four Deserts Route
Namibia" deckt den gesamten Süden
ab, vom Oranje bis zum Wendekreis des Steinbocks.
Die Route ist jedoch keine einzelne Straße,
die zufällig durch diese großartigen
vier Wüsten führt, sondern es ist
eine Auswahl von Unternehmen - Unterkünfte
und andere touristische Angebote - die sich
um Sehenswürdigkeiten herum angesiedelt
haben. Die Beteiligten an dieser Initiative
haben eine gemeinsame Vision: Namibias einzigartige
Wüsten zu zelebrieren sowie den Naturschutz
und örtliche Gemeinschaften zu fördern,
indem man dem Gast Augen öffnende |
| Erlebnisse bietet.
Nebenrouten und alternative Routen verbinden
die Sehenswürdigkeiten und dienen als
Ausgangspunkt, speziellen Interessen nachzugehen
- etwa Vogel- oder Wildbeobachtung, Abenteuer,
Archälogie, Geologie, Botanik, Geschichte
und Kultur. Die Route wird in Phasen ausgebaut,
und entsprechend soll der ursprüngliche
Kern von Teilnehmern erweitert werden. |
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Namibia verfügt über vier
großartige, sehr verschiedene Wüstensysteme.
Neben der gängigen Definition, dass eine Wüste
ein Trockengebiet ist, muss man sich eine Gegend
vorstellen, in der die Verdunstung mindestens zehn
Mal höher ist als der dürftige Niederschlag
(weniger als 250 mm). Dann bekommt man rasch Respekt
vor jedem Lebewesen, das bei solchen Bedingungen
existiert. So manchen Besucher mag es überraschen,
dass eine Wüste nicht nur aus Sand besteht,
sondern auch felsig und bergig sein kann, mit weiten
Schotterflächen dazwischen. Sie ist ein Kaleidoskop
von faszinierenden geologischen Formen, und die
gewaltigen, immer wieder wechselnden Landschaften
üben einen Zauber aus, den man sein Leben lang
nicht vergisst. Außerdem sind unsere lebenden
Wüsten wichtige Zentren der Artenvielfalt.
Tiere und Pflanzen haben sich den kargen Bedingungen
einfallsreich angepasst. Man kann Extreme von Trockenheit,
Hitze und Kälte erleben; Weite und Stille;
unglaubliche Sonnenuntergänge und einen mit
Sternen übersäten Nachthimmel. Ein Höhepunkt
ist auch die Begegnung mit Menschen. Ihre kulturelle
und historische Identität ist im Überleben
verwurzelt, und sie teilen die Schönheiten
ihrer Umwelt gerne mit Besuchern. Ihre Herzlichkeit
und Gastfreundschaft macht sie zu perfekten Botschaftern
der Wüste.
Die neue Route lädt den Besucher ein, zu verweilen
und die Wüsten zu erkunden. |
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| Im Osten ist der tiefe rote
Sand der Kalahari Wüste
in langen parallelen Dünenreihen angeordnet.
Teilweise wachsen darauf Gräser, und
Kameldornbaum und Weißstamm setzen grüne
Akzente. Oberflächenwasser ist rar, denn
Regen versickert rasch. Deshalb haben Tiere
spezielle Überlebensmechanismen entwickelt,
und Gemsböcke, Springböcke und Strauße
ziehen wieder in großer Zahl durch die
Kalahari. Auch die Zahl der Geier steigt.
Die Kalahari ist Heimat der San (Buschleute),
des uralten, legendären Volkes, das einst
so bescheiden von diesen Ressourcen lebte
und die Kunst der nachhaltigen Existenz perfektionierte. |
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Weiter |
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| Die Nama Karoo
nimmt den größten Teil der südlichen
Landesmitte ein: wie ein gewaltiger Keil reicht
sie aus Südafrika über den Gariep/Oranje,
bis etwa 120 km südlich von Windhoek, und zieht
sich dann als schmaler Streifen am Rande der Namib
entlang nach Angola. Die geologischen Formationen
nehmen in Gestalt des Fischfluss Canyons gewaltige
Ausmaße an. Es ist der zweitgrößte
Canyon der Erde. Er entstand vor rund 130 Millionen
Jahren, als der Urkontinent von Gondwana zerbrach.
Neben Zwergsträuchern und einzelnen Grasflächen
ist der Köcherbaum ein faszinierendes und unübersehbares
Symbol des Südens. Beim Wandern und Fahren
erhält man eine gute Gelegenheit, wachsende
Herden an Springbock, Gemsbock, Kudu, Begrzebra
and Strauß zu beobachten. Die Nama Karoo besteht
zum größten Teil aus weiten Ebenen. Rund
120 km nördlich von Keetmanshoop erhebt sich
das dunkle, geheimnisvolle Massiv des Brukkaros.
Vielleicht war es die Stille dieser enormen Wüste,
die vor einem Jahrhundert etwas weiter westlich
zum Bau des märchenhaften Schlösschens
Duwisib inspirierte? |
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Südwestlich
von Aus erstreckt sich die Sukkulenten
Karoo. Sie liegt weitgehend im Winterregen-Gebiet
und ist von bizarr anmutenden Gewächsen
geprägt, die Feuchtigkeit in Blättern
und Stämmen speichern. Die Sukkulenten
Karoo ist die artenreichste Wüste der
Welt und gilt unter Wissenschaftlern als eines
der 25 biologisch wertvollsten Gebiete der
Erde. Es lohnt sich während des gesamten
Jahres, diese Wunder der Pflanzenwelt näher
anzuschauen, auch wenn sie nach der Regenzeit,
wenn sie sich in ein Blütenmeer verwandeln,
am spektakulärsten sind. Lüderitz
ähnelt mit seiner rauhen, kargen Landschaft
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| einer Insel. In
der Nähe sind Afrikanische Pinguine zu
sehen – und nicht zu überhören
– und bei einem Besuch der Geisterstadt
Kolmanskuppe fragt man sich unwillkürlich,
wie wohl der Alltag der Menschen aussah, die
einst in der Diamantenstadt gelebt haben.
Westlich von Aus kann man die Wilden Pferde
der Namib beobachten, die regelmäßig
zur Tränke bei Garub kommen. |
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| Nach Norden zieht sich die Namib
Wüste als schmaler Streifen am Atlantik
entlang. Im Süden besteht sie aus rötlich
leuchtenden Wanderdünen, in der Mitte aus Schotterflächen
mit Inselbergen und im Norden aus zerklüfteten
blauen Bergen, in die ephemere Flussläufe tiefe
Täler geschnitten haben. Nebel versorgen Pflanzen
und Tiere mit Feuchtigkeit. Für Besucher gibt
es viel zu erleben: man kann früh morgens am
Sossusvlei auf die höchsten Dünen der
Welt steigen; südlich von Solitaire uralte
rote Dünen erkunden, die über Jahrmillionen
zu Stein geworden sind; große schwarze Ohrengeier
beobachten, die am Himmel ihre Kreise ziehen, oder
der Spur eines Gemsbocks folgen, der einsam über
die Schotterflächen zieht. Ein einzigartiges
Erlebnis ist eine Ballonfahrt über das endlose
Dünenmeer, wenn es im ersten Morgenlicht rötlich
aufleuchtet. |
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| Die Four Deserts
Route Namibia ist etwas ganz Besonderes:
sie bringt die Vielfalt der Wüsten zur Geltung,
zeigt alternative und nachhaltige Wege der Landnutzung
auf, die produktiver sind, mehr Arbeitsplätze
schaffen und höhere Einnahmen erzielen als
die konventionelle Farmwirtschaft. Dabei werden
das natürliche Gleichgewicht und die Artenvielfalt
der Wüste geschützt oder gar wieder hergestellt. |
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