...zelebriert die einzigartigen Wüsten und Wüsten-Erlebnisse in Namibia -
mit dem Ziel, durch nachhaltigen Tourismus das Wohl von Mensch und Natur zu fördern.
 
   
  Wüsten stehen dieses Jahr im Rampenlicht, denn die UNO hat 2006 zum "Internationalen Jahr der Wüsten und Wüstenbildung" erklärt. Dabei geht es um zweierlei: um Wüsten als natürliche Ökosysteme, die geschützt werden müssen, und um die unnatürliche Ausbreitung von Wüsten als weltweite Bedrohung für nachhaltige Entwicklung.
 
 
 
 
 
Dieser Meilenstein im Naturschutz fällt mit einem aufregenden Ereignis im Süden Namibias zusammen: der Schaffung einer vielseitigen Tourismus-Route als Bindeglied zwischen den vier Wüsten des Landes. An der Spitze der Initiative steht die Gondwana Desert Collection in Partnerschaft mit Open Africa und anderen Beteiligten, wie Wilderness Safaris und NamibRand Safaris. Open Africa ist eine panafrikanische Organisation, die sich das Ziel gesetzt hat, die reiche Kultur und Natur des Kontinents dazu zu nutzen, Einnahmen zu erwirtschaften, indem die Synergien von Tourismus, Arbeitsplatzschaffung und Naturschutz optimiert werden. Die Grundlage bildet ein Entwicklungsprogramm, das die Wunder Afrikas in einem zusammenhängenden Netz von "Afrika-Tourismus"-Routen vom Kap bis nach Kairo verbindet. Weitere Informationen zu den über 50 bereits vorhandenen Routen auf der Webseite von Open Africa (www.africandream.org).
Die "Four Deserts Route Namibia" deckt den gesamten Süden ab, vom Oranje bis zum Wendekreis des Steinbocks. Die Route ist jedoch keine einzelne Straße, die zufällig durch diese großartigen vier Wüsten führt, sondern es ist eine Auswahl von Unternehmen - Unterkünfte und andere touristische Angebote - die sich um Sehenswürdigkeiten herum angesiedelt haben. Die Beteiligten an dieser Initiative haben eine gemeinsame Vision: Namibias einzigartige Wüsten zu zelebrieren sowie den Naturschutz und örtliche Gemeinschaften zu fördern, indem man dem Gast Augen öffnende
Erlebnisse bietet. Nebenrouten und alternative Routen verbinden die Sehenswürdigkeiten und dienen als Ausgangspunkt, speziellen Interessen nachzugehen - etwa Vogel- oder Wildbeobachtung, Abenteuer, Archälogie, Geologie, Botanik, Geschichte und Kultur. Die Route wird in Phasen ausgebaut, und entsprechend soll der ursprüngliche Kern von Teilnehmern erweitert werden.
Namibia verfügt über vier großartige, sehr verschiedene Wüstensysteme. Neben der gängigen Definition, dass eine Wüste ein Trockengebiet ist, muss man sich eine Gegend vorstellen, in der die Verdunstung mindestens zehn Mal höher ist als der dürftige Niederschlag (weniger als 250 mm). Dann bekommt man rasch Respekt vor jedem Lebewesen, das bei solchen Bedingungen existiert. So manchen Besucher mag es überraschen, dass eine Wüste nicht nur aus Sand besteht, sondern auch felsig und bergig sein kann, mit weiten Schotterflächen dazwischen. Sie ist ein Kaleidoskop von faszinierenden geologischen Formen, und die gewaltigen, immer wieder wechselnden Landschaften üben einen Zauber aus, den man sein Leben lang nicht vergisst. Außerdem sind unsere lebenden Wüsten wichtige Zentren der Artenvielfalt. Tiere und Pflanzen haben sich den kargen Bedingungen einfallsreich angepasst. Man kann Extreme von Trockenheit, Hitze und Kälte erleben; Weite und Stille; unglaubliche Sonnenuntergänge und einen mit Sternen übersäten Nachthimmel. Ein Höhepunkt ist auch die Begegnung mit Menschen. Ihre kulturelle und historische Identität ist im Überleben verwurzelt, und sie teilen die Schönheiten ihrer Umwelt gerne mit Besuchern. Ihre Herzlichkeit und Gastfreundschaft macht sie zu perfekten Botschaftern der Wüste.

Die neue Route lädt den Besucher ein, zu verweilen und die Wüsten zu erkunden.
Im Osten ist der tiefe rote Sand der Kalahari Wüste in langen parallelen Dünenreihen angeordnet. Teilweise wachsen darauf Gräser, und Kameldornbaum und Weißstamm setzen grüne Akzente. Oberflächenwasser ist rar, denn Regen versickert rasch. Deshalb haben Tiere spezielle Überlebensmechanismen entwickelt, und Gemsböcke, Springböcke und Strauße ziehen wieder in großer Zahl durch die Kalahari. Auch die Zahl der Geier steigt. Die Kalahari ist Heimat der San (Buschleute), des uralten, legendären Volkes, das einst so bescheiden von diesen Ressourcen lebte und die Kunst der nachhaltigen Existenz perfektionierte.
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Die Nama Karoo nimmt den größten Teil der südlichen Landesmitte ein: wie ein gewaltiger Keil reicht sie aus Südafrika über den Gariep/Oranje, bis etwa 120 km südlich von Windhoek, und zieht sich dann als schmaler Streifen am Rande der Namib entlang nach Angola. Die geologischen Formationen nehmen in Gestalt des Fischfluss Canyons gewaltige Ausmaße an. Es ist der zweitgrößte Canyon der Erde. Er entstand vor rund 130 Millionen Jahren, als der Urkontinent von Gondwana zerbrach. Neben Zwergsträuchern und einzelnen Grasflächen ist der Köcherbaum ein faszinierendes und unübersehbares Symbol des Südens. Beim Wandern und Fahren erhält man eine gute Gelegenheit, wachsende Herden an Springbock, Gemsbock, Kudu, Begrzebra and Strauß zu beobachten. Die Nama Karoo besteht zum größten Teil aus weiten Ebenen. Rund 120 km nördlich von Keetmanshoop erhebt sich das dunkle, geheimnisvolle Massiv des Brukkaros. Vielleicht war es die Stille dieser enormen Wüste, die vor einem Jahrhundert etwas weiter westlich zum Bau des märchenhaften Schlösschens Duwisib inspirierte?
Südwestlich von Aus erstreckt sich die Sukkulenten Karoo. Sie liegt weitgehend im Winterregen-Gebiet und ist von bizarr anmutenden Gewächsen geprägt, die Feuchtigkeit in Blättern und Stämmen speichern. Die Sukkulenten Karoo ist die artenreichste Wüste der Welt und gilt unter Wissenschaftlern als eines der 25 biologisch wertvollsten Gebiete der Erde. Es lohnt sich während des gesamten Jahres, diese Wunder der Pflanzenwelt näher anzuschauen, auch wenn sie nach der Regenzeit, wenn sie sich in ein Blütenmeer verwandeln, am spektakulärsten sind. Lüderitz ähnelt mit seiner rauhen, kargen Landschaft
einer Insel. In der Nähe sind Afrikanische Pinguine zu sehen – und nicht zu überhören – und bei einem Besuch der Geisterstadt Kolmanskuppe fragt man sich unwillkürlich, wie wohl der Alltag der Menschen aussah, die einst in der Diamantenstadt gelebt haben. Westlich von Aus kann man die Wilden Pferde der Namib beobachten, die regelmäßig zur Tränke bei Garub kommen.
Nach Norden zieht sich die Namib Wüste als schmaler Streifen am Atlantik entlang. Im Süden besteht sie aus rötlich leuchtenden Wanderdünen, in der Mitte aus Schotterflächen mit Inselbergen und im Norden aus zerklüfteten blauen Bergen, in die ephemere Flussläufe tiefe Täler geschnitten haben. Nebel versorgen Pflanzen und Tiere mit Feuchtigkeit. Für Besucher gibt es viel zu erleben: man kann früh morgens am Sossusvlei auf die höchsten Dünen der Welt steigen; südlich von Solitaire uralte rote Dünen erkunden, die über Jahrmillionen zu Stein geworden sind; große schwarze Ohrengeier beobachten, die am Himmel ihre Kreise ziehen, oder der Spur eines Gemsbocks folgen, der einsam über die Schotterflächen zieht. Ein einzigartiges Erlebnis ist eine Ballonfahrt über das endlose Dünenmeer, wenn es im ersten Morgenlicht rötlich aufleuchtet.
Die Four Deserts Route Namibia ist etwas ganz Besonderes: sie bringt die Vielfalt der Wüsten zur Geltung, zeigt alternative und nachhaltige Wege der Landnutzung auf, die produktiver sind, mehr Arbeitsplätze schaffen und höhere Einnahmen erzielen als die konventionelle Farmwirtschaft. Dabei werden das natürliche Gleichgewicht und die Artenvielfalt der Wüste geschützt oder gar wieder hergestellt.
 
 
 
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